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KI löst eine Content-Lawine aus — ich baute eine Schaufel

FounderAIProductivity
Marc Loeb
10. Mai 2026
7 min read
KI löst eine Content-Lawine aus — ich baute eine Schaufel

Damit du morgens wieder auf das Wesentliche schaust — bevor du den Espresso trinkst.

Jeder wird in eine Familie hineingeboren. Das ist schön und schwierig zugleich. Wir bekommen ein Gepäckstück mit auf die Reise, über das wir nicht bestimmen können. Ich wurde in eine Unternehmer­familie hineingeboren. Seit 1881 betreibt meine Familie ein Warenhaus in Bern — die Loeb AG. Das gibt einem viele Einblicke und Beobachtungs­möglichkeiten, die andere nicht haben.

Jede Generation hat ihre Heraus­forderungen. Ich hatte das Privileg, in einer Friedenszeit zu leben, die von technologischen Umbrüchen geprägt ist. Als ich als Kind mein erstes Space-Invader-Spiel spielte, wusste ich: Das ist ein Bereich, der mich prägen wird. Damals haben viele es als Spielerei abgetan. Zehn Jahre später hatte der Personal Computer die Wirtschaft verändert. Das Netzwerken — und schliesslich das Internet — haben ganze Branchen umgepflügt.

Vom Hub zum Katalog zum Browser

Das Warenhaus ist heute nicht mehr das, was es damals war. Ursprünglich war es als Hub gedacht: alles unter einem Dach, Waren und Dienst­leistungen im Zentrum der Stadt. Mit dem Internet hat sich diese Logik massiv verschoben — zurück in Richtung Katalog-Business. Ich verwende bewusst das Wort Katalog, weil 1880 Kataloge die zweite Form neben dem festen Standort waren.

Kataloge haben in der Folgezeit verloren. Die Leute wollten die Ware ansehen, anprobieren, sich treffen, den Kauf zelebrieren. Das Warenhaus und alle weiteren Formen des physischen Handels waren über ein Jahrhundert dem Katalog überlegen. Bis Computer-Netzwerke und das Internet das Grundlegen verändert haben. Wir haben Amazon, Walmart, Zalando — und viele weitere Player mit neuen Formen, die das Kräfte­gewicht vom physischen Handel zum Online-Handel massiv verschoben haben.

In der Schweiz werden heute über 30 % der Mode­artikel und bereits 15 % der Lebens­mittel online bestellt und geliefert. Als i-Tüpfelchen dieser blühenden Ära kommen chinesische Anbieter, die zu günstigsten Preisen qualitativ minderwertige Waren auf den Markt drücken.

Vom Verkäufer- zum Käufermarkt

Was ist das Wesentliche, was sich in dieser Zeit verändert hat?

Ich habe es als Student gelernt: ein Übergang vom Verkäufer­markt zum Käufer­markt. Das bedeutet: die angebotenen Waren sind so vielfältig, dass es keine Rolle mehr spielt, ob der Kunde zur Ware kommt — sondern wie ich als Unternehmen die Ware zum Kunden bringe. Das war vor 40 bis 50 Jahren die Geburts­stunde des Marketings. Inzwischen ist das nur viel intensiver geworden.

Niemand hat heute mehr die Möglichkeit, alle Informationen zu Produkten zu verarbeiten. Es ist ein Glücks­spiel geworden, das richtige Produkt auszuwählen. Mehr noch: es ist eine Vertrauens­frage, an welchen Händler ich mich wende, um das richtige Produkt zum besten Preis zu finden.

Was hat das mit der KI-Zeit zu tun?

Im Zeitalter der Information, die beliebig verfügbar ist, erleben wir nun dieselbe Über­forderung wie bei den Waren. Es gibt von allem zu viel. Es wird schwierig, das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden. Es ist sogar schwer, die relevanten Informationen in vernünftiger Zeit zu finden. So vielfältig sind die Informationen, Ansichten, Positionen, Argumente und Gegen­argumente — so vielfältig der Druck und Gegen­druck der auf uns einwirkt — dass es praktisch unmöglich geworden ist, in vernünftiger Zeit eine informations­basierte Entscheidung zu treffen.

Wir sind als Lösung damit konfrontiert, Freunden zu vertrauen oder auf eigene und fremde Erfahrungen zurück­zufallen — losgelöst von der aktuellen Situation. Kurz: viele Informationen sind unnütz geworden. Wir können das im gesellschaftlichen Leben überall beobachten — wir neigen viel mehr zu Gruppen­denken als dazu, eigene Positionen zu entwickeln.

Das war vor 20 Jahren, vor der KI-Zeit, schon so. Damals hatten wir bereits:

  • Influencer
  • Blogger
  • PR-Agenturen
  • Unternehmens-Blogs
  • Zeitungen
  • Gratis­zeitungen
  • Zeitschriften

Das Universum der Content-Ersteller war schon riesig geworden. Aber das war erst der Anfang. Jetzt kommt die künstliche Intelligenz.

Was die KI verändert

Als allererstes: dass die Content-Erstellung praktisch nichts mehr kostet. Hat man früher noch Tage an einem Video gearbeitet, ist das heute mit ein paar Stunden und ein paar Tutorials zu erreichen. Plötzlich kann man Gedichte und Texte in hoher Qualität in kürzester Zeit erstellen. Es funktioniert noch nicht autonom — aber viel produktiver.

Die Software­entwicklung ist genauso betroffen. Hat man für eine Webseite früher Tage gebraucht, kann man sie heute mit den modernen Vibe-Coding-Tools innerhalb einer Stunde erstellen. Wer die Tools zum ersten Mal benutzt, braucht etwas länger — aber mit ein paar Tagen Übung ist man dabei.

Genauso wie beim Content geschieht es bei der Software. Jeder kann Software erstellen, und die Anzahl der Produkte und Lifestyle-Businesses steigt massiv an. Jede Nische kann abgedeckt werden, weil die Kosten nicht mehr hoch sind.

Was hat das mit mir zu tun?

Das ist also meine Geschichte aus der Warenhaus-Welt zur Informations­welt. Ich bin seit drei Jahren in der KI-Software­entwicklung dabei. Vorher viele Jahre selbst im Coding. Heute schreibe ich kaum noch Code selbst — nur noch in Ausnahmen. Meine Produktivität hat um den Faktor 10, 20, 30 zugenommen.

Kann ich jetzt einfach in ein paar Tagen neue Software schreiben? Leider nein, so weit ist es noch nicht. Aber es ist möglich, innerhalb von Monaten als Single-Coder ganze Software-Systeme zu schreiben und umzuschreiben.

Zu Beginn habe ich gesagt: Ich wurde in einer Unternehmer­familie geboren — und ich habe nun dieses wunderbare Werkzeug. Womit habe ich also meine Zeit verbracht?

Ich möchte das drängendste Problem lösen, in das wir uns hinein­bewegen: Information Overflow. Früher ein Thema von wenigen Fachleuten — heute Hauptthema in jedem Beruf, in jedem Unternehmen. Wir haben es überall gesehen: im Einkauf, in den News, in der Content-Erstellung, in der Unternehmens­führung.

Vom Newsletter zur Inbox

Meine erste Antwort darauf war ein KI-Newsletter, der viele Informationen zusammen­zieht und neu erstellt. Das Wesentliche heraus­filtern, damit wir uns auf unsere Aufgaben konzentrieren können — auf das, worauf es wirklich ankommt.

Bei der täglichen Anwendung wurde klar: das funktioniert für Tagesnews, aber die Informations­quellen, die wir konsumieren, hängen meist nicht eng genug mit dem zusammen, was wir im Moment brauchen. So kam der Schritt vom Newsletter zum Track-Your-Topic: nach den Informationen suchen, die jetzt relevant sind. Mit diesem Ansatz war ich sehr nahe an Google Alerts dran. Re-inventieren ist sicher sinnvoll — aber die Distribution und die Zahlungs­bereitschaft der Kunden ist gering. Hier erwartet man Gratis­lösungen.

Also war mein nächster Schritt die Inbox. Und hier zeichnete sich ein noch dramatischeres Bild ab. Die Anzahl der täglichen E-Mails ist von ursprünglich 10 auf 20, auf 30, auf 50 gestiegen — bei Führungs­mitarbeitern laut Fachberichten inzwischen auf 100 E-Mails pro Tag. Wer kann das noch bewältigen? Praktisch unmöglich.

Dieses Problem haben mehrere Firmen erkannt und mit klassischem Machine Learning adressiert. Aber dank neuer KI-Technologien und Vibe-Coding ist es jetzt möglich, das Problem umfassend zu lösen.

Was Protime heute kann

Es ist nicht mehr nur ein Kategorisierungs­problem (welche E-Mail kommt in welchen Folder), sondern es ist:

  • ein Draft-Problem: Kann ich die E-Mails in meinem Tonfall vorschreiben lassen?
  • ein Termin­problem: Wie erstelle ich effizient Termine?
  • ein Task-Problem: Welche Aufgaben sind heute wichtig?
  • ein News-Problem: Welche Nachrichten muss ich heute lesen?

Bringt man diese verschiedenen Ebenen in Harmonie, baut man ein Werkzeug, das im Arbeitsalltag — wie Vibe-Coding bei der Software-Entwicklung — Faktoren von Zeit zurückgibt.

Heute verbringen wir laut neueren Studien 30 % unserer Arbeitszeit mit Informations­suche. Das sind zwölf Stunden pro Woche. Stellen wir uns vor, wir gewinnen pro Tag eine halbe oder eine ganze Stunde zurück. Plötzlich hätten wir eine schlag­kräftige Organisation, die nicht mehr überlastet ist.

Was ist der Vorteil einer Organisation, die nicht überlastet ist? Sie trifft die richtigen Entscheide. Ihre operative Excellence ist hervorragend. Die Kunden bevorzugen ihre Produkte und Services. Damit gewinnt sie am Markt.

Die Schaufel

Ich sage nicht, dass Protime der einzige Baustein ist, um die Wissens­arbeit der neuen Zeit anzugehen. Aber es ist ein wichtiger.

Die KI hat die Content-Lawine ausgelöst — durch billige Erstellung, billige Verteilung, billige Personalisierung. Sie ist gleich­zeitig die einzige Technologie, die schnell genug ist, um dagegen zu halten. Ich bin nicht OpenAI, nicht Anthropic, nicht Google. Ich bin ein Vibe-Coder, der dieselben Werkzeuge benutzt, die heute deine Inbox überfluten — um eine Schaufel zu bauen, die sie wieder leer­schaufelt. Mehr ist es nicht. Und mehr soll es auch nicht sein.

Gebaut habe ich es zuerst für meinen eigenen Post­eingang. Dann für die Loeb AG, das Familien­geschäft seit 1881. Wenn es bei uns funktioniert, funktioniert es vielleicht auch bei dir.

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